Fachartikel

Schlaf Kindlein, schlaf! Oder doch nicht?
Mai 2014

Schlaf Kindlein, schlaf! Oder doch nicht?

Über Mittagsschlaf-Probleme in Kindergärten
und den bundesweiten Krippen-Ausbau

Es ist soweit: Der Krippen-Ausbau für U3-Kinder (unter 3-jährige Kinder) in Deutschland ist in vollem Gang. Der Rechtsanspruch für einen Krippen-Platz für Eltern von U3-Kindern ist gesichert. Einrichtungen entstehen, Personal wird geschult, Kinder eingewöhnt. Während Kommunen, Einrichtungen und Träger sich um die Strukturen und deren Umsetzung Gedanken machen, drehen sich die Sorgen vieler Eltern, Pädagogen und Wissenschaftler mehr um die Frage, ob die Bedürfnisse der U3-Kinder bei der Größenordnung, der raschen Umsetzung des Kita-Ausbaus und den gleichzeitigen massiven Einsparungen im sozialen Bereich dabei ausreichend beachtet werden. Kann eine Betreuung durch konstantes Personal stattfinden, die mit ausreichend Sicherheit, Konstanz und Geborgenheit bei der Ablösung von den Hauptbezugspersonen Mama und Papa hilft? Ist die neue Generation Erzieher und Sozialpädagogischer Assistenten, die für den raschen Kita-Ausbau gebraucht wird, überhaupt ausreichend für den U-3-Bereich ausgebildet? Fragen, die sich wohl erst im Laufe der Zeit beantworten, aber schon jetzt große Zweifel und Ängste aufkommen lassen.

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Juni 2013

Motzkuh-Alarm!

Über die Besonderheiten der Trotzphase – Gedanken und Ideen zu einem besonderen Alter

Kennen Sie die kleine Motzkuh und ihre Freunde? Das kleine Meckerschaf, den kleinen Brüll-Löwen und das Quengelmonster? Immer wenn die kleine Motzkuh oder einer ihrer Freunde bei uns oder besser gesagt bei meiner Tochter zu Besuch ist, hängt bei uns der Haussegen schief. Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr so, wie es gerade noch war. Aus Frieden wird Drama, aus leise wird laut, aus Miteinander wird Gegeneinander, aus Ordnung wird Chaos… Denn – man ahnt es schon – meine Tochter ist in der Trotzphase. Höchste Zeit also, mich theoretisch und natürlich auch praktisch mit dieser Entwicklungsphase auseinander zu setzen. Es ist eine gefürchtete Zeit. Eltern bockiger, sich wehrender Kinder werfen sich auf Spielplätzen, an Einkaufskassen vielsagende Blicke zu, Augen werden gerollt, Achseln gezuckt. Blicke, die ausdrücken wollen: Ich kenne das … die Trotzphase … da muss man durch … höllisch anstrengend.

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Eine Ver-Bindung fürs Leben!Mai 2013

Eine Ver-Bindung fürs Leben!

Über die Bedeutung von sicherer Bindung
und ihre Entstehung im Kleinkindalter

Gib deinen Kindern Wurzeln, dann wachsen ihnen Flügel! Dieses Sprichwort kennt sicher jeder. Aber was ist gemeint? Was sind die Wurzeln und was die Flügel? Alle Kinder auf dieser Welt haben das gleiche Grundbedürfnis: Bindung.

John Bowlby, der Vater der Bindungsforschung definierte Bindung als ein unsichtbares, emotionales Band, das zwei Menschen über Raum und Zeit unsichtbar miteinander verbindet. Genau wie beispielsweise ein Affenbaby sich im Fell seiner Mutter festhält und diese es überall mit hin trägt, zeigt auch ein menschliches Baby nach der Geburt ganz klar, was es braucht: Mama! Sie ist in den meisten Fällen die Hauptbindungsperson. Natürlich können auch Väter, Adoptiveltern usw. die Hauptbindungspersonen sein.

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Was Jugendliche in der Pubertät brauchen: Loslassen ohne fallen gelassen zu werdenMärz 2013

Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen

Was Jugendliche in der Pubertät brauchen: Loslassen ohne fallen gelassen zu werden

Knallende Türen, provokatives Verhalten, zugemüllte, miefige Zimmer, beleidigte Mienen, hitzige Ich-hab-Recht-Diskussionen, Liebeskummer-Arien, Null-Bock-auf-gar-nichts und schlappe Rumhänger auf dem Sofa – kennen Sie das? Dann ist Ihr kleiner einst so süßer Sonnenschein gar nicht mehr so klein und süß, sondern in der Pubertät angekommen. Dieser Lebensabschnitt sorgt in den meisten Familien regelmäßig für Streitereien mit Wut, Tränen, Verzweiflung und blanken Nerven bei allen Beteiligten. Aus Sicht der Eltern ist es die wohl anstrengendste Zeit des Eltern-Seins. Wer Haushalt, Job und pubertierende Kinder unter einen Hut bekommen muss, hat einen Fulltimejob, der enorm viel Kaft erfordert und nicht Wenige an ihre Grenzen bringt.

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FamilienbandeFebruar 2013

Familienbande

Friederike von Bredow, Paar- und Familientherapeutin aus Kiel, im Gespräch mit Kinderkram über die Familie: Wie funktioniert sie? Was gibt sie ihren Mitgliedern? Gibt es die harmonische Familie? Braucht man eine Hierarchie?

 

 

 

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Von der Schule ins BerufslebenSeptember 2012

Von der Schule ins Berufsleben

Der Prozess der richtigen Berufswahl und wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können

Was kommt nach dem Schulabschluss? Ausbildung, Studium, weiterführende Schule, FSJ, Ausland, Praktika? Was will ich mal werden? Was liegt mir? Was kann ich gut? Diese Fragen beschäftigen wohl jeden Jugendlichen. Den einen mehr, den anderen weniger.

Die Berufswahl war früher eine Entscheidung, die für das weitere Leben prägend war. Heute ist Berufswahl ein Prozess mehrerer beruflicher Entscheidungen, denn die Möglichkeiten sind heute ganz andere. Berufswahl in der heutigen Zeit ist ein lebenslanger Entwicklungsprozess. Wenn junge Menschen den Weg ins Berufsleben einschlagen, sind sie oft überfordert mit den vielen möglichen Alternativen, aber auch verunsichert, welcher Beruf der richtige sein könnte und wo ihre Stärken liegen. Oft fehlen auch das nötige Selbstbewusstsein und die Motivation, um die nötigen Schritte zu tun. Denn an den Optionen fehlt es nicht. Es gibt einen ganzen Dschungel an Möglichkeiten.

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Lieber zu früh als zu spät! Warum abwarten und Tee trinken bei Krisen in der Partnerschaft nichts bringtApril 2012

Lieber zu früh als zu spät!

Warum abwarten und Tee trinken
bei Krisen in der Partnerschaft nichts bringt

Die Gründe, warum Paare eine Eheberatung oder Paartherapie beginnen, sind unendlich vielfältig: Affären, Konflikte, Trennungsgedanken, verhaltensauffällige Kinder, Verlust von Nähe und Intimität, Gefühlskälte usw. Lediglich der Zeitpunkt ist bei den meisten Paaren gleich. Fünf vor zwölf. Und manchmal auch schon fünf nach zwölf.

Die Erstgespräche in den Praxen und Beratungsstellen ähneln sich dadurch sehr. Oft hören wir Paartherapeuten Sätze wie „Meine Frau empfindet nichts mehr für mich“, „Wir haben seit Jahren keinen Sex mehr“, „Wir streiten nur noch. Ich habe mich in eine andere Frau verliebt“, „Da war dann plötzlich der Arbeitskollege, der war für mich da, hörte mir zu“. „Die Gefühle sind weg“, „Mein Mann ist vor zwei Wochen ausgezogen“, „Wir haben noch nie richtig offen reden können“, „Der Alltag hat uns entfremdet“ usw.

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Von der Schule in den Beruf - (k)ein leichter WegFebruar 2012

Von der Schule in den Beruf
– (k)ein leichter Weg

Schulsozialarbeit in Schleswig-Holstein und Schüler-Coaching am Beispiel des Jugendaufbauwerks Kiel

Marco ist 14 Jahre alt, als seine Lehrer Alarm schlagen, sie halten es zu diesem Zeitpunkt für mehr als unwahrscheinlich, dass Marco am Ende der 9. Klasse seinen Hauptschulabschluss erreichen wird. Marcos schulische Leistungen befinden sich am untersten Niveau, sein Arbeitsplatz in der Schule sieht aus wie nach einem Bombenanschlag, seine Zettel und Hefte fliegen durch die Gegend, und er kann sich kaum auf das Unterrichtsgeschehen konzentrieren, stört, fehlt oft. Was er werden möchte, weiß Marco nicht, was er gut kann, erst recht nicht. Er war doch immer das „Problemkind“. Marco ist ein Heimkind und sowohl seine persönliche als auch seine Lernbiographie ist so kurvenreich und problembeladen, dass manch einer ihn wohl eher in der Hartz-IV-Laufbahn als im Arbeitsleben sehen würde.

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Karriere, Kind und SchokoladeDezember 2011

Karriere, Kind und Schokolade

Ein Interview mit Anke Erdmann,
Politikerin und Mutter

Es ist 4 Uhr morgens, in der Nacht von Montag auf Dienstag. Anke Erdmann und ihr Mann schlafen tief und fest, als sich die Schlafzimmertür öffnet und ihr sechsjähriger Sohn Johann das elterliche Schlafzimmer betritt. Mit betroffener Stimme spricht er in die Dunkelheit: Mama und Papa, ich habe eine sehr traurige Nachricht für euch, Winnetou ist tot! Er hatte heimlich unter der Bettdecke Winnetou Teil 3 auf CD gehört und war tief betroffen über das Ableben seines Helden. Für seine Mutter ist damit die Nacht zu Ende, ihr Sohn braucht sie jetzt. In der Morgendämmerung radelt sie müde und dennoch energievoll zum Landtag, an diesem Tag hat sie zwei wichtige Sitzungen, diverse Termine und ein Interview. Eine solche Situation dürfte wohl jeder berufstätigen Mutter bekannt vorkommen. Trotz Schlafmangel volle Leistung bringen zu müssen, gehört zum Standartprogramm einer jeden Mutter und natürlich auch vieler Väter.

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Die Krankheit hat viel Positives in mein Leben gebracht!November 2011

Die Krankheit hat viel Positives
in mein Leben gebracht!

Vom Umgang mit einer Autoimmunerkrankung

Die Frau, die mir gegenüber sitzt wirkt offen, herzlich, energiegeladen, vital und voller Lebensfreude. Ganz anders, als ich sie mir vorgestellt habe. Heike D. hat MS. Multiple Sklerose, eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Bilder eines an MS erkrankten Menschen, die ich aus den Medien kenne, stimmen nicht im Mindesten mit der Frau überein, die ich an einem der letzten sonnigen Herbsttage diesen Jahres kennenlernen darf. Heike D. hat sich mit viel Liebe fürs Detail in ihrem riesigen, wunderschönen Garten und ihrem gemütlichen Häuschen verwirklicht, ist Ehefrau, Mutter eines Sohnes und arbeitet als Selbstständige im kreativen Bereich. Sie bewegt sich viel, reitet, und macht gerne lange Spaziergänge alleine oder mit ihrer Familie. Ihre Krankheit ist nicht erkennbar, wenn man Heike kennenlernt. Und doch ist sie da. Seit über drei Jahren.

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Partnerschaft ist (k)ein KinderspielMai 2011

Partnerschaft ist (k)ein Kinderspiel!

Eine glückliche und erfüllte Partnerschaft mit Nähe und Geborgenheit wünscht sich sicher jeder Mensch. Leider sieht die Realität oft anders aus. Dass in Deutschland jede zweite Ehe geschieden wird, ist nichts Neues. Trennung und Scheidung ist allgegenwärtig. Die Auslöser für Trennung sind vielfältig: Affären, Streit, Gewalt, Süchte, Entfremdung, Entfernung, Kommunikationsprobleme usw.

Bei den meisten Paaren ist es der Alltag mit Kindern in Kombination mit Arbeitsstress, dem über die Jahre die sensible und leicht irritierbare Beziehung zwischen Mann und Frau nicht stand hält, zumal meist die Vorbilder in der Elterngeneration fehlen. Im Alltag fehlt der Raum für Nähe, Austausch, Intimität und Begegnung. Man lebt nebeneinander her, die Kommunikation wird weniger und der Streit mehr. Das frustriert auf Dauer und verletzt, man fühlt sich abgelehnt und nicht geliebt.

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Ungewollte KinderlosigkeitMärz 2011

Ungewollte Kinderlosigkeit
– eine Achterbahn der Gefühle

„Ich bin jetzt so weit, Vater zu werden! Wir können loslegen!“ Mit diesen Worten gab mein Mann vor fünf Jahren den Startschuss für unsere Familienplanung. Endlich. Nun aber los. Ich setzte die Pille ab und dann hieß es warten. Ich war sicher, spätestens in einigen Monaten die erste Rundung meines Bäuchleins stolz zur Schau tragen zu können. Doch nichts geschah. Unsere Vorfreude und Euphorie erhielt einen enormen Dämpfer, als der Frauenarzt einige Zeit später mit nüchternen Worten erklärte, ich habe eine Krankheit, vermutlich erblich, die es mir sehr schwer machen würde, Kinder zu bekommen. Er empfahl eine Kinderwunschbehandlung.

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1, 2, 3 - Meins! Pädagogische Gedanken zum KinderzimmerOktober 2010

1, 2, 3 – MEINS! Pädagogische Gedanken zum Kinderzimmer

Vier Wände, ein Bett, ein Schreibtisch und bunte Tapete machen noch kein Kinderzimmer aus. Ein Kinderzimmer ist der Ort, an dem ein Kind sich nachts vom Tag erholt, spielend die Welt entdeckt, tobt, sich zurückzieht, versteckt, für die Schule lernt und Freunde dorthin einlädt. Also der Raum, in dem es zum ersten Mal etwas Eigenes hat, sich abgrenzt von Eltern und Geschwistern, was auf dem Weg der Ich-Entwicklung ein wichtiger Schritt ist.

Kleine Kinder halten sich immer da auf, wo die Eltern sind. Ist die Mutter nicht gern im Kinderzimmer, mag das Kind dort auch nicht sein. Spielt die Mutter mit dem Kind auch mal im Kinderzimmer, liest dort ein Buch oder faltet die Wäsche dort, lernt das Kind, sich dort wohl und sicher zu fühlen, auch wenn mal kein Erwachsener da ist. Größere Kinder beschäftigen sich zunehmend allein im Kinderzimmer, hören CD, bauen Höhlen, spielen mit Freunden dort.

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Lang lebe unsere FamilieDezember 2009/Januar 2010

Lang lebe unsere Familie!

Liebe Mama, lieber Papa, wir möchten gerne mal wieder etwas mit allen gemeinsam machen. Was haltet ihr davon, wenn wir am Samstag alle zusammen Mittag essen und danach Spielen. Wir machen ein großes Blech Pizza. Wir treffen uns alle um 12.00 Uhr zum gemeinsamen Vorbereiten. Eine Absage lassen wir nicht gelten. Wir freuen uns schon auf Samstag, Tom, Lisa und Ben.

Diesen Brief schreiben drei Kinder an ihre Eltern, die sich mehr Gemeinsamkeit innerhalb ihrer Familie wünschen. Drei Kinder, die die Initiative ergreifen, wenn ihre Eltern die Gemeinsamkeit aus den Augen verloren haben. Drei Kinder von vielen, die unter dem schnellen Lebenstempo und der Dezentralisierung heutiger Familien leiden. Die sich zurücksehnen in die Geborgenheit und haltgebende Sicherheit der klassischen Eltern-Kind-Konstellation, genannt: „Familie“.

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Wachstum statt TrennungOktober 2009

Wachstum statt Trennung

Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Er kommt von der Arbeit nach Hause, begrüßt seine Frau mit einem flüchtigen Kuss auf die Wange. Sie schaut ihn kaum an, weil sie gerade dabei ist, die Fahrgemeinschaft der Kinder für den nächsten Tag zu organisieren. Es gibt kaum Blickkontakt zwischen den Beiden. „Wie war Dein Tag?“ „Gut und Deiner?“ „Anstrengend“. Schweigen.

Abends geht jeder seine Wege oder es kommt zum Streit. Aufgestaute Gefühle entladen sich. So reiht sich ein Tag an den anderen, der Abstand wird immer größer, die Nähe und das Gefühl von Verbundenheit immer kleiner. Die Hürde zu überwinden, sich einander zu öffnen, sich zu zeigen, einander Zärtlichkeit zu geben, wird immer schwieriger. Beide entwickeln eine Art „Hornhaut“ auf der Seele, werden unempfindlich und verschlossen. Nicht selten endet so eine Paardynamik in einer Trennung, weil einer oder beide Partner dieses Leben nicht mehr aushalten.

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Chantal erhält eine ChanceJuni 2009

Chantal bekommt eine Chance!

Chantal* ist vierzehn Jahre alt und geht in die 8. Klasse der Hauptschule in Mettenhof. Ihre Eltern sind arbeitslos, genau wie deren Eltern und deren Eltern.
Chantal hasst die Schule, sie hasst die Lehrer. Findet das alles lästig; die schöne Zeit, die sie in der Schule absitzen muss, könnte sie viel besser mit chatten, rumhängen und telefonieren verbringen. Chantal kann nicht im Zahlenraum bis hundert rechnen. Sie liest wie eine Erstklässlerin. Ihre Handschrift ist kaum zu entziffern. „Steke“ schreibt sie statt „Stärke“ in ihr Heft. Irgendwann hat sie abgeschaltet, nichts mehr dazu gelernt.

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